Fakten, Fakten, Fuck-Up

Heute haben mir der Geschäftsführer der Tomorrow Focus Media GmbH, Oliver Eckert, und der Chefredakteur von Focus Online, Daniel Steil, mitgeteilt, dass sie die Kooperation zwischen The European und Focus Online am Montag ohne vorherige Rücksprache mit uns beendet haben. Grund dafür sei mein Editorial „Fakten, Fakten, Fuck-Up“ gewesen, in dem ich über das Ende von Wolfram Weimer als Chefredakteur des Print-Magazins Focus geschrieben habe.

Dieses Editorial habe im Verlag Burda hohe Wellen geschlagen, hieß es. Die Leitung des Online-Portals hätte daraufhin, obwohl Focus Online und Focus Print verschiedenen Gesellschaften sind, entschieden, die Kooperation zwischen beiden Häusern nicht fortzusetzen. Besonders die Überschrift „Fakten, Fakten, Fuck-Up“ als auch der bewertende Vergleich des Print-Titels Focus mit der FDP hätten dabei die entscheidende Rolle gespielt. Ich habe in dem Telefonat mit Herrn Eckert und Herrn Steil auf unsere journalistische Unabhängigkeit hingewiesen, die durch keine Kooperation mit einem anderen Medium beeinflussbar ist.

Ich bedauere die Entscheidung der Leitung von Focus Online. Zum einen, weil wir gerne mit den Kolleginnen und Kollegen in München zusammengearbeitet haben, zum anderen, weil es eine Entscheidung gegen pointierten, gut begründeten Meinungsjournalismus ist.

Hier geht es zum Editorial “Fakten, Fakten, Fuck-Up

  • http://www.karriere-einsichten.de Jan Thomas Otte

    Wirtschaftsethik, Medienethik, Karriere-Einsichten. Es lebe die Unabhängigkeit! Auch bei TheEuropean. Kritik bedeutet ja auch immer Wertschätzung, zumindest ein bisschen. Kommt drauf an, wie man das vermittelt. Und jegliche Objektivität, das ist nicht zuletzt eine Frage des eigenen Standpunktes. Gut, wenn man den hat und weiß, wo man steht. Daher: Kopf hoch! Und tschüss…

  • http://www.thesevenminutestar.com florian

    so steht’s also um die meinungsfreiheit in deutschland… sic transit gloria germaniae! kopf hoch!!

  • Christian

    Damit entlarvt sich Fokus wie gewohnt als rein kommerzielles, korruptes und käufliches Werbemedium im vorgetäuschten Gewand des Journalismus.
    Beispiel:
    Der positive titelseitig verankerte Artikel (=Werbeanzeige, PR-Text) über die “wunderbaren Samwer-Boys”, der an Absurdität nicht zu überbieten war in dem Versuch die schmutzigen, oft kriminell-strafbaren Geschäftspraktiken der Samwer Brüder reinzuwaschen. Flankiert von Lobreisungen des Hauptgeschaftspartners Holtzbrinck Ventures – nicht minder verrufen. Jeder weiss über die Verbindung Samwers mit dem DLD und Burda, so überrascht ein solcher PR-Deal nicht als Reaktion zu den schonungslosen Enthüllungen des managermagazin, worauf als Reaktion die Fokus-Märchen gelauncht wurde.

    Hert Burda, Sie sind erbärmlich, wenn Sie nicht endlich Ihre Angestellten in dem Griff bekommen!

  • schymik

    Jaaa, da werden die Herrschaften um Markw*rt und Mang*ld wohl ordentlich gebebt haben.

  • Dr. Hanshorst Göbel

    Was man so hören und lesen kann, scheint dem Burda-Verlag das Gesäß auf Grundeis zu gehen. Kreise behaupten, sollte Herr Markwort nicht mehr unter uns sein, stünde wohl der gesamte Focus sehr weit oben auf einer Streichliste.

  • Christoph Seidl

    Warum einen Umbruch ankündigen, wenn am Ende doch weitergemacht wird, wie bisher? Görlach bringt es auf den Punkt: Der Fokus hat eine große Chance verpasst.

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