“Sag beim Abschied leise Servus”

Nach acht Wochen Praktikum in der Online-Redaktion von The European verlässt uns heute unser österreichischer Praktikant Christian Bitschnau. Er hinterließ uns die folgende Botschaft.

Nach acht Wochen Praktikum in der Redaktion von The European, heißt es nun auf Wiederschauen für mich, den Quoten-Ösi.
Als Politikinteressierter war es, trotz fehlender journalistischer Ambitionen, eine spannende Zeit, in der ich tolle Erfahrungen gemacht habe. Kritische Auseinandersetzung mit politischen Themen mit den dazugehörigen internen Debatten in den Themensitzungen, inklusive name-dropping von Plato bis Rawls, waren definitiv das Highlight jeder Woche. Allerdings war man dann doch auch froh, dass sich bei gemeinsamen Frühstück, Mittagessen (Suppe, Suppe, Suppe!) und nachmittäglicher Erzählstunde ein menschlicheres Gesicht zeigte und sich so mancher als “Eurotrip”- oder “Hangover”-Fan entpuppte.
Viel gelernt hab’ ich jedenfalls auch über die deutsche Innenpolitik. (Nennt mich den PID-und-Organspende-Experten!) Das Erstellen von Factsheet als auch das Übersetzen von Texten ist spannender als es vielleicht klingt. Ganz zu schweigen von meinen neuen Kenntnissen des bundesdeutschen Sprechs; die können nämlich was!
Viel gelacht wurde ebenso, “pansexueller Wächterrat” und “schrammel-schrammel” wurden zu geflügelten Worten. Und dank meines Aufenthaltes weiß ich nun auch endlich, worum es sich bei “Gomorrhismus” handelt.

Eine spannende Erfahrung war die Zeit “Offline in der Online-Redaktion”. Es begann mit Internetschwierigkeiten hier im Hause und fand bei mir eine unliebsame Verlängerung durch den Wein-induzierten Tod meines Laptops. Ich kann nun mit gutem Gewissen sagen, das iPad ist das unnützeste Gerät, das je erfunden wurde, denn wenn sogar Copy-and-Paste zur Sisyphosaufgabe mutiert, ist jede Toleranzgrenze überschritten. Die mit der Rückkehr zu Stift und Papier aufkommende Nostalgie war dennoch irgendwie eine willkommene Abwechslung.

Alles in allem lässt sich sagen, ich habe viel gelacht und gelernt und zu allem Überfluss auch noch eine liebe, intelligente Truppe von Leuten kennengelernt. Und nach all der Schmeichlerei kann ich sicher sein, dass meine letzte Botschaft nicht missverstanden wird:

Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!

Wir bedanken uns für die gute Mitarbeit, die Erklärung unsers Nachbarlandes und nicht zuletzt diesen internationalen Flair, den er irgendwie in die Redaktion brachte. Servus!