Von der Hauptstadt der Provinz in die Hauptstadt des Bundes

Die Personenkonstellation in der Redaktion muss ab kommender Woche erneut eine Lücke schließen, da wir heute unsere Praktikantin Anna Faerber nach acht Wochen in die Freiheit entlassen. Wie es die Tradition so will, fand sie eigene Worte über die Arbeit und den Abschied. Wir bedanken uns für die tatkräftige Hilfe, verspeisen erfreut den mitgebrachten Kuchen und überlassen ihr das Wort:

Als ich aus dem schönen beschaulichen Mainz in das für mich so große Berlin kam, begleitete mich doch so etwas wie Unbehagen und unendlich viele Fragen: Allen voran natürlich: Wie wird die Arbeit und wie ist das Team, mit dem ich die nächsten 8 Wochen den Großteil meiner Zeit verbringen werde?

Und eines muss ich sagen, ich habe sehr schnell Antworten gefunden. Meine Zeit verbrachte ich die letzten 8 Wochen mit dem typischen redaktionellen Wahnsinn von Factsheets, über Anfragen bis hin zur Auseinandersetzung mit DIESEM Internet, das gerne in einer bedrohlichen Manier ausgesprochen wurde. Mal wollte es so wie wir, mal nicht und schließlich warteten wir immer darauf, dass DIESES Internet ja irgendwann mal voll sein müsse…

-ein Schelm, wer böses dabei denkt-

Sehr amüsant waren für mich aber auch die täglichen Mittagspausen. Die Diskussion über die Pläne der Mittagspause kam gewöhnlich auf und die Einigung endete überproportional häufig beim Burrito-Mann. Ich muss sagen, ich werde ihn sehr vermissen… Aber dennoch boten mir diese Mittagspausen auch kulinarisches Neuland, gerade im Vergleich zu der Provinz. Die Vielfalt der asiatischen Restaurants, mit der ich konfrontiert wurde, brachte mein althergebrachtes Bild vom guten, deutschen Chinesen aus den 1960er Jahren, so wie er im goldischen Mainz so gut wie nur existiert, zum Wanken. Unfassbares geschah, als ich das erste Mal in meinem Leben Tofu aß und es dann auch noch wiederholte… Sehr schicksalhaft und erschütternd war, als der Kuchenmann, der uns sonst doch immer über den Donnerstagnachmittag rettete, auf einmal verschwunden war. Die Suche nach Alternativen gestaltete sich als sehr schwer und blieb am Ende mehr oder weniger erfolglos…

-ein Schelm, wer böses dabei denkt-

Zu letzt muss ich mich bei euch bedanken. Es war eine tolle Zeit, in der ich unglaublich viel gelernt habe und tolle Menschen getroffen habe. Die Arbeit hier im Büro hat mir sehr viel Spaß gemacht, was an euch Kollegen lag. Ihr habt mich als Provinzei sehr herzlich aufgenommen und wir hatten doch sehr viele lustige Momente bei unserem kulturellen Austausch, auch wenn ihr mich nicht immer verstanden habt. Meine Fragen, die ich mir zu Anfang gestellt habe, sind beantwortet und mein Unbehagen nicht bestätigt worden. Ich beende dieses Praktikum, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, über die Erfahrungen, weinend, dass ich –nach irgendwie doch so kurzer Zeit – wieder gehen muss. Vielen Dank!

-ein Schelm, wer böses dabei denkt-

Narhallamarsch… un’ ab, wie es bei uns so schön heißt!