„Once a European, always a European“

Unserem Praktikanten Igor Fayler konnten wir im Praktikumszeugnis strategisches Denken attestieren: So verlangte er sein Zeugnis als Bedingung für den mittlerweile traditionellen Praktikumsbericht. Wir bedanken uns für Igors treue Dienste am Meinungsjournalismus und möchten ihm gerne die Worte eines großen amerikanischen Philosophen mit auf den Weg geben: Na na na na nana.

Vorstellungsgespräch. Tief durchatmen. Souverän auftreten, lächeln, Getränk annehmen. Los geht’s! Es fing mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch an. Kurz und schmerzlos, kein Kreuzverhör. Nach 30 Minuten war alles vorbei. Wenige Tage später dann die Zusage. Erleichterung.

Zwar habe ich stets zu Allem eine Meinung und kann rudimentäre Kenntnisse über die Rolle der Medien und Journalismus als Beruf vorweisen; was sich genau hinter dem Begriff Meinungsjournalismus verbirgt, wusste ich zu Beginn meines Praktikums jedoch noch nicht. In meinem Kopf schwirrte deshalb die Frage herum, wie dieser funktioniere.

Meine Frage beantwortete sich in diesen Wochen schnell von selbst. Knallharter Meinungsjournalismus läuft nicht von selbst. Es braucht knallharte Meinungsjournalisten, welche unter Schweiß, Blut und Tränen recherchieren, interviewen, kommentieren, twittern und posten. Medien- und Technikaffinität darf auch nicht fehlen. Journalismus ist kein Kinderspiel aber es macht mehr Spaß als auf jedem Ponyhof. Vom ersten Tag durfte ich einen Blick hinter die Kulissen werfen. Aufbau, Arbeitsstruktur und Arbeitsmethoden dieses jungen Unternehmens erschlossen sich mir in den ersten Tagen; ich konnte aktiv mitarbeiten und Aufgaben selbstständig ausführen. Learning by doing, wie soll es anders sein?

Wenn der stellvertretender Chefredakteur mit seinem Können am Ende war und Hilfe benötigte hieß es stets: Ein Fall für Fayler! Das war mein Stichwort. Meine jahrzehntelange Erfahrung im Recherchieren aktueller Debatten, im Übersetzen von Texten, im Verfassen von Factsheets oder im Transkribieren von Interviews war gefragt. Mit weniger hätte ich mich auch nicht zufrieden gegeben.

Eine weitere wichtige Erkenntnis, zu der ich während meiner Zeit bei THE EUROPEAN gelangt bin: Jeder zukünftige Arbeitsplatz muss sich in puncto Arbeitsklima mit THE EUROPEAN messen. Eine faszinierende Dynamik und schnelle Entscheidungsfindung, welche aus flachen Hierarchien, einem jungen und engagierten Team und täglich neuer Motivation resultiert. Arbeit kann auch Spaß machen. Arbeit muss sogar Spaß machen. Eine so positive Stimmung kann Wunder wirken, wenn auch mal eine eintönige oder trockene Aufgabe auf dem Programm steht. Das war vielleicht die wichtigste Lektion während meiner Hospitanz.

Sichtlich gereift verlasse ich also den „Weinberg“ und verabschiede ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sollten eines Tages die weiten Wiesen Kasachstans ihren Reiz für mich verloren haben, werde ich vielleicht erneut bei Euch anklopfen. Once a EUROPEAN, always a EUROPEAN.