Der (un)politische Eurovision Song Contest

Vor ein paar Tagen wurde der aserbaidschanische Journalist Idrik Abbasow von Sicherheitskräften der staatlichen Ölfirma Socar krankenhausreif geschlagen, als er deren Abrissarbeiten filmte (Meldung auf Zenith Online, auf Spiegel Online). Socar hat inzwischen angekündigt, die Vorfälle zu untersuchen.

Damit dürfte die Kritik an der Regierung in Baku weiter zunehmen, die sich und ihr Land doch angesichts des bevorstehenden Eurovision Song Contests Ende Mai in einem guten Licht präsentieren wollte. Immer häufiger werden aber grobe Menschenrechtsverletzungen, Einschüchterungen und Verhaftungen von Journalisten sowie Vertreibungen von Menschen aus ihren Häusern im Zuge von Abrissarbeiten bekannt.

Wir wünschen Idrik Abbasow gute Besserung und ihm und seinen Kollegen viel Kraft, um weiterhin kritisch aus Aserbaidschan zu berichten.

Am Montag startet auf The European unsere Debatte zum Eurovision Song Contest, ein Wettbewerb, der von den Statuten her unpolitisch, in Wahrheit aber hoch politisch ist. Wir widmen uns der Frage nach Sinn und Unsinn dieser Regel und beleuchten die Entwicklungen in Aserbaidschan. Zu Wort kommen dabei auch Aktivisten aus Aserbaidschan, denen wir hier noch einmal recht herzlich danken möchten.