Gipfeltreffen der weltbesten studentischen Debattierer in Berlin

Zum Jahreswechsel (27.12. bis 04.01.) treffen sich in Berlin die weltbesten studentischen Debattierer. Unter dem Motto „Embracing Dissent – Die Kraft des Widerspruchs“ erfolgt der verbale Schlagabtausch. Zur mittlerweile 33. Auflage des Turniers werden 1400 Studierende aus aller Welt in der deutschen Hauptstadt erwartet.

Als Debatten-Magazin liegt The European die Debatte naturgemäß sehr am Herzen. Bei der Weltmeisterschaft werden wir mit unserer zweiten Print-Ausgabe vertreten sein.

Das Motto erklärt sich aus der Notwendigkeit von Widerspruch für gesellschaftlichen Fortschritt. Wo wären wir heute, wenn Galileo Gallilei nicht an seinen Überzeugungen festgehalten hätte? Debattieren im Wettbewerb fördert kritisches Denken, die Auseinandersetzung mit verschiedenen Standpunkten in der Debatte ist ein wesentliches Merkmal einer lebendigen Demokratie. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Weltmeisterschaft breite Unterstützung von Seiten der Politik erfährt: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat die Schirmherrschaft übernommen; Bundesbildungsministerin Annette Schavan und Bundestagspräsident Norbert Lammert gehören ebenfalls zu den Unterstützern.

An der Weltmeisterschaft nehmen 800 Teilnehmer in 400 Teams aus 82 Ländern – darunter Myanmar, China, Serbien, Simbabwe, Tadschikistan, USA und Kanada – teil. Deutschland ist mit insgesamt 11 Teams am Kampf um den Titel beteiligt.

In den USA und Großbritannien ist die Debatte an den Schulen und Universitäten seit langem Tradition. Aber auch im deutschsprachigen Raum wird Debattieren immer beliebter. Im Verband der Debattierclubs an Hochschulen e.V. (VDCH) sind bereits über 70 Debattierclubs organisiert; Tendenz steigend.

Ausgerichtet wird die Weltmeisterschaft von der Berlin Debating Union e.V. (BDU), dem Debattierclub der Berliner Hochschulen. Gegründet 2001, organisiert die BDU jeden Dienstag Debatten an der Humboldt-Universität Berlin.

Der Tradition folgend, wird auf Englisch und im „British Parliamentary Style“ (BPS) debattiert. Der Weltmeistertitel wird dabei in drei Sprachkategorien vergeben: EPL (English as a Proficient Language/ hauptsächlich Muttersprachler), ESL (English as a Second Language/ Unterricht primär in englischer Sprache oder Auslandsaufenthalt) sowie EFL (English as a Foreign Language/ Kenntnisse, die nur im Schulunterricht erworben wurden).

BPS geht auf die Debattentradition des britischen Unterhauses zurück; hier stehen sich Regierung und Opposition gegenüber. Erstere präsentiert einen Vorschlag, den letztere angreift. Sowohl die Pro- als auch die Kontra-Seite besteht aus je zwei Zweierteams. Das Thema der Debatte wird 15 Minuten vor Beginn bekannt gegeben und anschließend von jedem Team vorbereitet. Nacheinander hat jedes Mitglied eine Redezeit von sieben Minuten zur Verfügung. Der Sieger wird am Ende der Debatte von einer Jury gekürt.

Nähere Informationen finden Sie auf der Webseite der WUDC, bei Facebook und Twitter.

Das Finale findet am 3. Januar um 17 Uhr im Maritim Hotel Berlin statt. Anmelden können Sie sich hier.